Niuatoputapu Tonga   18.09.2007

 


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 Nach einer rasanten Überfahrt mit 7 Knoten im Durchschnitt, kamen wir Nachmittags in Niuatoputapu an. Diese Insel gehört schon zum Königreich Tonga. Da an diesem Tag schon andere die Insel angelaufen hatten, waren  Customs und Immigration schon vor Ort. Man musste sie mit dem eigenem Dinghy vom Land abholen, somit hatte ich 4 Personen an Bord, der Fahrer der Damen musste wohl auch mit. Beim Einklarieren stellten wir fest, das man uns auf dem Weg von Samoa einen ganzen Tag geklaut hatte. Das kam, weil wir die Datumsgrenze überschritten hatten. Nach meiner Frage, wo wir unseren geklauten Tag wieder bekommen, sagten die Damen: segele zurück! Zum Schluss wollten sie noch das Schiff sehen und schauten hier und da in die Schränke, ohne was zu finden. Dann für uns der Schock, als eine Dame nach den 2 Taschen fragte, die wir aus Apia mitgebracht hatten. Oh ja, lieber nicht lügen, dachte ich mir, die beiden Taschen. Die sind für Monika ..., ja das bin ich, meine Schwester hat sie Euch gegeben. Puhhh, dachte ich mir, noch mal gut gegangen. Was wäre, wenn die uns wegen Schmuggeln von Mehl und Videorekorder dran gekriegt hätten? Die Schachtel Zigaretten als Gastgeschenk hat man dankend entgegen genommen.

     

Am anderen Tag fuhren wir an Land, um erst einmal Geld zu tauschen. Wir mussten ja noch unsere Einklarierung bezahlen. Welch ein krasser Unterschied zu Samoa, hier leben die Leute in sehr primitive Hütten, welche zum Teil aus Blech und naturellem Baumaterial stammen. Wer reich ist, hat ein Auto, der Rest geht zu Fuß. Sowie wir, die 4 km zum Regierungsgebäude laufen mussten, um Geld zu tauschen. Dieses Gebäude zu finden war schon abenteuerlich und als wir da waren, tauschte die Dame vom Zoll unser Geld um. Nicht zu vergessen, dass wir ja noch die Einklarierung  bezahlen mussten. Dieses wurde uns gleich abgezogen. Für 300,- US$ bekamen wir 564,- Tonga Pa ´anga´e, ca. 90,- Tonga Pa´anga´e behielt sie ein. Der Safe, wo die Dame das Geld entnommen hatte, war so alt, das er bei den geringsten Sicherheitsstandard durchgefallen wäre. Die Schreibmaschine, die auf dem Tresen stand, hätte den besten Platz in einem Museum bekommen. Eigentlich war der ganze Raum ein Museum.

     

Auf dem Rückweg kamen wir an Kinder vorbei, die "give me my Lolly" forderten. Am Abend hatte Sylvia dann welche mit gebracht, das war wohl ein Fehler gleich zu Anfang mitten im Dorf Bonbons zu verteilen. Aus 2 Kinder wurden auf einmal 4, 8, 16 und so weiter. Den letzten beißen bekanntlich die Hunde und waren beleidigt keine Bonbons mehr bekommen zu haben.

     

Noch am gleichen Tag wurde für 20,- US$ bei Sia und Nico zum Abendessen eingeladen. Sie sind die einzigsten, die ein UKW Funkgerät haben und bei der Anmeldung auf dem Ankerplatz die Behörden benachrichtigen. Die gegrillten Ferkel haben 100 mal besser geschmeckt, als die aus dem Umo in Samoa, dazu gab es Brotfrucht und Maniok. 

     

Hier auf der Insel gibt es seit langen nichts mehr zu kaufen. Das Versorgungsschiff ist schon 2 Monate überfällig. Dementsprechend wird bei den Seglern nach allem, was man so braucht, nachgefragt, vor allem nach Zigaretten.

     

Möchte man etwas Wandern auf der Insel, ist dieses kein Problem. Die ganze Insel ist mit Wege durchzogen, um an die Plantagen zu gelangen. Bei unserer Wanderung haben wir, Sylvia gibt mir die Schuld, uns etwas verlaufen. Nach über 4 Stunden waren wir froh wieder am Ausgangspunkt zu sein. Unterwegs kamen wir auch an einem Haus vorbei, wo mit einer Maschine Kava gestanzt, bzw. zerkleinert wurde.

Reinhard von der SY "Adio" organisierte eine Überfahrt zur Schatzinsel nach Tafahi, wo wir den alten Vulkan besteigen wollten. Für 19,-  Pa´anga´e pro Person holte uns Nico früh morgens um 07:30 Uhr von den Booten ab.

     

Auf der Überfahrt sahen wir von weiten Buckelwale, die hier ihre Jungen zur Welt bringen. Nach 50 Minuten waren wir an der einzigen Landemöglichkeit auf der Insel angekommen. Danach mussten 127 Treppenstufen bewältigt werden, um zum Dorf zu kommen. Hier leben etwa noch 60 Leute, die ihre Plantagen bewirtschaften. Um 09:00 Uhr starteten wir den Aufstieg. Zuerst führte der Pfad durch so manche Plantage, später marschierten wir durch einen dichten Unterholzwald. Auf der Hälfte vom Weg fing es auf einmal an zu regnen und hörte erst wieder auf, als wir fast oben waren. Somit wurde der weitere Aufstieg sehr rutschig, so mancher kam ins schlittern. Der Höhepunkt war die Begegnung mit fliegenden Hunden, Flying Fox genannt. Sie hingen zu Hunderten kopfüber an den Bäumenf

     

Oben angekommen, 11:35 Uhr, völlig erschöpft und durchnässt, bot sich ein toller Ausblick auf Niuatoputapu. Aus ungefähr 600 Meter Höhe konnten wir unten die Buckelwale im Meer schwimmen sehen. Besonders auffällig waren die weißen Seitenflossen, die quer ab standen. Nach einer halben Stunde schlitterten wir wieder herunter und waren froh, heil angekommen zu sein. Unten am Strand waren Frauen damit beschäftigt die Blätter vom Pandanusbaum zu bearbeiten, woraus man Matten, Hüte, Fächer und wer weiß was nicht noch alles flechten kann.

     

Auf dem Rückweg nach Niuatoputapu tauchte direkt vor uns ein Buckelwal auf, zwei mal durchatmen und weg war er wieder. Bei einem Tauchgang am Außenriff konnte ich Wale singen hören, richtig unheimlich kam mir das vor, so alleine unter Wasser und das gepiepe um mich herum.

     

Nach einer Woche Aufenthalt segelten wir 182 sm weiter Südlich zur Vava´u Group.


Vava´u  Group  Tonga   26.09.2007

Dieser Teil besteht aus vielen Inseln, wo man herrliche Ankerplätze findet. Man sagt das es hier so aussieht, wie in Norwegen, nur das es hier viel wärmer ist und überall Palmen gibt. Als erstes segelten wir nach Neiafu, dort muss man sich wieder bei den Behörden melden.

     

 In der Bucht lagen über 100 Jachten an Moorings, da es zum Ankern hier viel zu tief ist. Hier gibt es mäßige Einkaufsmöglichkeiten, einen kleinen Markt mit Obst und Gemüse. An der Wasserfront findet man Restaurants und Internet, sowie die Möglichkeit zu Bunkern (Wasser, Diesel und Benzin). Gas war auch zu bekommen, 13 Kg für 50,- Pa´anga´e. Ich fuhr mit dem Dinghy direkt zur Gas Station, welche ziemlich am Ende der Bay lag.

     

Von hier bereiten sich schon einige Yachten auf den Weg nach Neuseeland vor. Es sind die, die es nicht abwarten können hin zu kommen und auch einen Wintersturm in Kauf nehmen. Über Funk hörten wir! Noch nicht Starten, es kommt eine neue Kaltfront. Wir wollen uns noch mindestens 4 Wochen Zeit lassen, auf einen Wintersturm vor Neuseeland können wir gerne verzichten.

     

Hier in der Vava´U Group gibt es zahlreiche Ankerplätze, die gut geschützt sind. Man ankert vorwiegend auf Sand um die 10 Meter Tiefe. Diese Ankerplätze muss man aber suchen, es ist hier im Durchschnitt 50-90 Meter tief. Eine Charterfirma hat eine Karte heraus gebracht, wo alle Ankerplätze nummeriert sind (42 Stück). Navigiert man vorwiegend mit C-Map, sollte man vorsichtig sein, die eigentliche Position weicht ca. 2 Kabel ab (370 m). Die Berichtigung ist: Lat. +0,10  Lon. -0,18 ohne Garantie!!

     

In dieser Inselwelt, so hatte man mir Prophezeit, gibt es viele Buckelwale, mit denen ich tauchen kann. Wir waren leider ca. 2 Wochen zu spät und einmal ärgern war angesagt. Die Wale hatten sich schon auf den Weg in die Antarktis gemacht. Weiteres ärgern, als Linda von der SY "Sisu", mir ihre Unterwasseraufnahmen von Buckelwale zeigte.

     

An einem Ankerplatz bemerkten wir eine Kolonie von fliegenden Hunde (Flying Fox), diese bestand aus über 200 Tiere die wild durch die Luft flatterten. Im Gegensatz zu Fledermäuse, sind sie Tags über aktiv. Von einem anderen Ankerplatz erreicht man mit dem Dinghy eine Höhle, die nur so nach mir schrie entdeckt zu werden.

     

Dort waren 2  Höhlen, in die man mit dem Dinghy hinein fahren konnte. In der Größten waren an der Decke überall Fledermäuse, die bei unserem Besuch aufgeschreckt wurden. Aber was ist unter Wasser, noch mehr Höhlen? Das habe ich mit Jürgen von der SY "JOSI" versucht heraus zu finden. In 30 Meter Tiefe sind wir dann umgekehrt und mussten feststellen das es da nichts mehr an Höhlen gab.

     

Am Ankerplatz Nr.11 konnten wir an einem Fies teilnehmen, für 30,- Pa´anga´e pro Person. Dort konnten wir Tänze sehen und anschließend wurde traditionell gegessen. Dabei musste alles mit den Fingern gegessen werden, Besteck gibt es ja eigentlich nicht und Teller auch nicht. Alles wurde auf wiederverwertbaren Materialien serviert. Eigentlich ist es ganz toll, wie sie ihre Umwelt schonen. Leider sind irgendwann Cola und Co gekommen ( sprich Plastik ) und diese belasten die Umwelt, weil sie überall rum liegen und im Wasser treiben, schade!!!

     

Um so weiter man nach Süden segelt um so kleiner werden die Inseln und um so mehr Strand findet man vor. Besonders nett war der Ankerplatz auf Nr. 14, die blaue Lagune. Gegenüber auf der Insel Fofoa befindet sich der TO Stützpunkt von Elke und Werner, sie waren leider nicht da, mit ihrer Jacht nach Fiji unterwegs. Somit konnten wir nur ihr Anwesen begutachten.

     

Ein weiterer schöner Ankerplatz ist die Nr.30, hinter der Insel Kenutu. Dort befindet sich das Außenriff und Kenutu mit seinen Nachbarinseln stehen direkt darauf. Klettert man über die Insel hinweg, steht man vor der tosenden See in ca. 30 bis 40 Meter Höhe.

     

Von hier waren wir ca. 70 sm weiter nach Süden segeln, zur Ha´apai Group, um nicht im dunkeln an zu kommen waren wir spät Nachmittags gestartet und sind die Nacht durch gesegelt.


Ha´apai Group   Tonga    24.10.2007

Im Hauptort der Ha´apai Group mussten wir uns erst einmal wieder bei den Behörden melden. Dieses erwies sich als schwierig, da der Wind aus NW kam und man keinen geschützten Ankerplatz findet. Somit also keinen Stopp auf den Ha´apai.


Tongatapu   Tonga  25.10.2007

10 sm vor Tongatapu hatten wir über UKW Kontakt mit der SY "JOSI" aufgenommen, um bei der Ansteuerung Einzelheiten zu erfahren. Dabei erfuhren wir das sie schon am anderen Tag nach Neuseeland starten wollen, es hätte sich ein optimales Wetterfenster ergeben und das wollte man unbedingt ausnutzen. Also entschieden wir uns am anderen Tag ein und aus zu Klarieren und der "JOSI" zu folgen.

Am anderen Tag um 13:00 Uhr starteten wir mit noch 4 weiteren Jachten, SY "Ludus Amoris"  mit Klaus und Maria waren auch dabei. Es war eine Strecke von 1050 sm zu bewältigen und das so schnell wie möglich, bevor ein Tief den Weg versperrt. Wir hatten ein großes, stationäres Hoch von 1035 Millibar mit Kerndruck über Neuseeland, welches uns mit 20-40 Knoten Wind aus SE belieferte. Die Überfahrt war somit sehr rau und sportlich, für die 1050 sm benötigten wir nur 7 Tage und 20 Stunden. Die letzten 2 Tage mussten wir Motoren um weiter zu kommen.

     

 Vorbei kamen wir auch an der Insel Ata, welche noch zu Tonga gehörte. Leider ist es nicht möglich diese Insel zu besuchen, es fehlt hier der sichere Ankerplatz zum Anlanden.

So sah die Vorhersage am 26.10.07 aus, wo wir gestartet sind. Das Hoch blieb die gesamte Überfahrt stationär. In laufe der Zeit verdichtete sich der Isobarenabstand, so das wir einen Tag mit 35-40 Knoten Wind hatten.

 


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